Kalaw to Inle Lake

Reist man in ein unbekanntes Land, so muss man erst einmal herausfinden wie ein Land so tickt, insbesondere in Bezug auf den Transport zwischen zwei Städten. Gerade das kommende Thingyan Wasserfestival, das hier in Myanmar ganze 5 Tage vom 12-16. April gefeiert wird, wirft in Sachen Transport einige Fragen auf. Es sieht nämlich so aus, als ob neben ein paar Flügen, kein Bus und kein Zug vom 12/13-16. April in Myanmar fährt. Daher musste ich überlegen, wo ich denn gerne während des Wasserfestivals sein möchte und dem entsprechend meine Planung anpassen. Die Wahl fiel auf Mandalay. Thingyan Wasserfestival - Was ist das?: Es handelt sich hier um das burmesische Neujahrsfest und wird 4-5 Tage ausgiebig durch horrende Wasserschlachten gefeiert. Damit quasi auch das Ende der Trockenzeit und Beginn der Regenzeit gefeiert. Eigentlich hatte ich das Hostel in Yangon bis zum 30.03. gebucht, aber da die Busse nach Kalaw immer nur abends fahren und man mitten in der Nacht ankommt, haben Eddie und ich mich spontan entschieden den Goldenen Rock (Felsen) auszulassen und am 29. März direkt nach Kalaw zu fahren. Ein VIP Bus sollte uns um 19.30 Uhr nach Kalaw bringen. Zuvor mussten wir noch zu dem Busbahnhof kommen. Da die Straßen in Yangon zu Stoßzeiten verstopft sind, sind wir schon zwei Stunden vor der Abfahrt mit dem Taxi zum Busbahnhof aufgebrochen. In Yangon dürfen keine Motorroller fahren, daher befinden sich natürlich umso mehr Autos und Busse auf Yangons Straßen. Nach etwa einer Stunde sind wir am Ziel angekommen und ich muss sagen, ich habe noch nie so einen großen Busbahnhof gesehen und ohne das Taxi hätten wir wohl nie den richtigen Bus gefunden. Der VIP Bus war auch eine Überraschung. In jeder Reihe waren nur 3 Sitze und jeder Platz hatte seinen eigenen kleinen Fernseher mit ausreichend Filmen wie im Flugzeug, zudem hatte man ausreichend nach vorne und hinten Platz und konnte die Rückenlehne entsprechend verstellen. Es gab für jeden eine Wolldecke, frisches Wasser, kleine Snacks und auch noch Steckdosen. ☺ So einen gut ausgestatteten Bus habe ich bisher noch nicht gesehen, selbst in Deutschland nicht. Nach 9 Stunden Fahrt sind wir früh morgens um 4/5 Uhr in Kalaw angekommen. Was macht man nur halb verschlafen zu so einer unchristlichen Zeit; erst einmal das gegenüber liegende Restaurant aufsuchen und einen Tee trinken (... Tee würde ich es vielleicht nicht gerade nennen). Der Besitzer war gut gelaunt und hat die burmesischen Lieder aus dem Radio lautstark mitgesungen. ☺ Deborah (ein Mädel aus Spanien, die im gleichen Bus saß) hatte bereits eine Trekking Tour gebucht und daher haben wir bei der gleichen Agentur (ever smile) kurzerhand unsere Trekking Tour gebucht. 2 Tage Trekking  (30.03-31.03) für 32.000 Kyat (24 Euro) beinhaltete: geführte Wanderung, 2 Mittagessen, eine Übernachtung bei Einheimischn, 1 Abendessen, und die Bootsfahrt über den Inle See nach Nyaung Shwe. An der Tour nahmen insgesamt 10 Leute teil: Rob, Jack und Louise aus London; Alex und Miriam aus USA; KAM, Michelle und Cristal aus Singapore, Eddie aus Schottland und ich ☺ Perfekt, kein Deutscher. Zuerst wurden wir mit einem Taxi zum Startpunkt gebracht. Die Wanderung führte uns, über viele Felder und kleine Dörfer, in denen wir auch für eine kleine Pause und zum Mittagessen angehalten haben. Auf den Feldern haben wir vornehmlich Frauen gesehen, die die harte Arbeit erledigen. Kurz nach dem Mittagessen, hat sich unsere Gruppe mit einer zweiten Trekkinggruppe vermischt und als es eine Stück abwärts und wieder bergauf ging, haben Cristal und ich den Anschluss zu unserer Gruppe verloren. Wir dachten, wir könnten sie noch einholen und nach jeder Kurve dachten wir"da müssten sie jetzt eigentlich sein". Aber wir wurden nicht fündig und haben uns schließlich der anderen Gruppe angeschlossen damit wir nicht ganz verloren gehen. Nach dem wir eine Pause an einem kleinen Fluss zum Baden eingelegt haben, hat sich auch unsere Gruppe dort eingefunden - leicht besorgt wo wird denn steckten. Kurz bevor es dunkel wurde, sind wir an unserem Ziel für den Tag angekommen. Müde und durstig haben wir uns ein zwei kalte Myanmar Bier gegönnt. ☺ Viele der Dörfer, die wir uns auf unserer Wanderung passiert haben, sind nicht an das örtliche Stromnetz angebunden. Einige der Häuser habe etwa 13 Zoll große Sonnenkollektoren auf dem Dach, um zumindest ein wenig Strom für Licht am Abend oder einen kleinen Fernseher zu haben. Auch fließendes Wasser ist nicht selbstverständlich hier auf dem Lande. Einige Häuser haben einen eigenen Brunnen, aber viele füllen Wasserkanister am Dorfbrunnen und bringen diese auf einem Karren, der von einem Ochsen gezogen wird, zu ihrem Haus. Die Dusche bzw. das Badezimmer befindet sich neben Haus. Oft ist es nur ein kleiner Platz, der von einer schulter- oder brusthohen hohen Mauer (ohne Dach) umgeben ist. Hier duscht man sich dann mit einem Eimer. Die Burmesen nutzen hier beim Duschen ganz geschickt ihren Longyi (sarongähnliches traditionelles knöchellanges Kleidungsstück in Myanmar. Für Männer wird er auch Paso und für Frauen Thamein genannt. Der Longyi ist eine zwei Meter lange und ein Meter breite Stoffbahn (Standardgröße), die um die Hüften geschlungen und bei Männern am Bauch, bei Frauen an den Hüften zusammengeknotet wird.) Der Longyi ist hier lang genug, um seinen Körper beim Duschen zu bedecken, also ja es wird im Longyi geduscht. Wer sich fragt, wie das mit der Toilette so ist. Es gibt draußen Toilettenhäuser mit einer französischen Toilette, zum Verrichten des Geschäfts sitzt man in der Hocke. Die besser ausgestatteten Toiletten haben neben dem Wassereimer zum Spülen noch Toilettenpapier und einen Mülleimer. Und wer schon einmal in Asien unterwegs war, weiß auch das Toilettenpapier in den Mülleimer kommt, da das Abflusssystem nicht für Toilettenpapier ausgelegt ist. Gekocht wird an einer Feuerstelle in der Küche auf dem Boden. Die Häuser sind einfach ausgestattet und oft nur mit einer Liege zum Schlafen, gegessen wird häufig auch auf dem Boden, daher müssen die Schuhe auch vor der Türe ausgezogen werden. Am nächsten Morgen ging es um 8 Uhr weiter und nach ein paar kurzen Pausen sind wir rechtzeitig zum Mittagessen am Inle See angekommen. Anschließend hieß es Abschied nehmen und ein Boot brachte uns auf die andere Seite des Sees nach Nyaung Shwe. Eines der ersten Dinge ich wohl an diesem Tag am meisten genossen habe, war eine Dusche. ☺ Am Nachmittag habe ich nicht mehr viel gemacht, sondern einfach etwas entspannt und gelesen. Zum Abendessen haben Eddie und ich uns mit den drei Mädels aus Singapore getroffen und im French Toast mal ausnahmsweise eine Pizza gegessen und nebenbei einen Film über das Leben eines Monks in Myanmar uns angeschaut. Sehr interessant.