Bagan

Nachdem wir uns von den Strapazen 🙂 der Trekking Tour ein wenig erholt haben, ging es am nächsten Morgen von Hsipaw weiter nach Pyin Oo Lwin. Als Fortbewegungsmittel nahmen wir dieses Mal nicht den Bus sondern den Zug. Auf dieser Zugstrecke gibt es die Auswahl zwischen Ordinary Class - Einfache Klasse und Upper Class Höhere Klasse (quasi erste und zweite Klasse) :-). Die zweite Klasse ist im wahrsten Sinne des Wortes die Holzklasse, in der man auf Holzbänken Platz nimmt. Die Upper Class ist dann schon etwas bequemer. An der Decke hängen Ventilatoren, die Fenster sind offen, so dass der Fahrtwind eine leichte Abkühlung verschafft. Der Zug und die Schienen sind bestimmt 60 Jahre alt und älter, das merkt man, denn der Zug wackelt ganz schön, so stark, dass man das Gepäck auf der Ablage festschnallen muss. Manchmal hat man auch das Gefühl, dass der Zug gleich von den Gleisen springt. Ein Bistro oder Restaurantwagen gibt es nicht, aber das ist auch nicht nötig. Frauen und Männer ausgestattet mit Getränken und diversen Köstlichkeiten steigen regelmäßig zu und aus, um die Fahrgäste zu versorgen. Nach einigen Stopps und der Fahrt über ein Viadukt kommen wir gegen 17 Uhr in Pyin Oo Lwin an. Mit Joe aus London teilen Eddie und ich uns ein Taxi nach Mandalay. Der Zug würde natürlich auch weiter nach Mandalay fahren, nur hält der Zug etwa eine Stunde in Pyin Oo Lwin bevor er weiter fährt und da ist ein Taxi die schnellste Variante. Nach etw 1,5 Stunden kommen wir am Busbahnhof an und ergattern noch einen Nachtbus nach Bagan, der uns nach einer 5,5 stündigen Fahrt um 2 Uhr morgens am Hotel absetzt. Perfektes Timing nenne ich das. Genau einen Tag vor meinem Geburtstag bin ich in Bagan, besser hätte ich es nicht planen können. 🙂
Bagan beherbergt die größte und höchste Dichte an buddhistischen Templen, Pagoden, Stupas und Ruinen in der Welt. Über 2000 Tempel etc. viele aus dem 11. und 12. Jahrhundert sind dort zu finden. (source: wikitravel) Nach Ankunft in Bagan ließ ich den nächsten Tag gemütlich angehen, spätes Frühstück und ein Spaziergang durch Neu-Bagan, um die Gegend zu erkunden und herauszufinden, wann und ob Busse am 11. April nach Mandalay fahren. Schnell wurden wir fündig. Im Hostel Otello Bello haben wir spontan ein halbtägige Erkundungstour gebucht - ganz stilecht mit Pferd und Kutsche ..ehm Wagen. Eine gemütliche Art die Gegend um Bagan zu erkunden und die vielen Tempel auf sich wirken zu lassen. An einem der Tempel wurde ich auf meinen Longyi angesprochen. Die traditionelle Beinbekleidung habe ich mir bereits am Inle Lake zugelegt, sie ist einfach in der Tasche zu verstauen und schnell über die kurze Hose gezogen, wenn man sich einen Tempel anschauen möchte und die Hose dann doch etwas zu kurz ist. Generell sollen Schultern und Knie bedeckt sein, wenn man einen Tempel betritt, zudem sollte man nicht vergessen die Schuhe am Eingang stehen zu lassen. Eine Lady hat mich an einem der Tempel auf meinen Longyi angesprochen und mich erstmal richtig in den Longyi eingepackt. Anschließend hat sie mich in ihren kleinen Shop eingeladen und mir Thanaka in Form eines Blattes auf mein Gesicht aufgetragen. Thanaka ist eine gelblich-weiße Paste aus einer fein geriebenen Baumrinde. In Myanmar wird sie von Kindern und Frauen in jedem Alter auf das Gesicht aufgetragen und wird salopp als birmanisches Make-up bezeichnet. Auch viele Männer verwenden Thanaka. Die Thanakapaste wird von Jung und Alt als natürliche Kosmetik benutzt. Sie verleiht dem Gesicht ein frisches, jugendliches Aussehen, soll gegen UV-Strahlung der Sonne schützen und kühlend wirken. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages habe ich auf dem Shwesandaw Tempel genossen. Das Erklimmen der steilen Stufen des Shwesandaw Tempel lohnt sich. Von hier aus hat man einen tollen Blick über die Gegend und wird mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt. U.a. weil ich mit einem Longyi bekleidet war und mit Thanaka geschminkt war, haben viele Einheimische bzw. Burmesische Touristen Fotos von mir und mit mir gemacht. Auch in den nächsten Tagen, kamen immer wieder mal jemand auf mich zu und hat nach einem Foto gefragt. 🙂 Nervig denkt ihr sicherlich. Ich fand es nicht so schlimm, schließlich habe ich in den letzten Wochen auch viele Fotos von Einheimischen gemacht und so kann ich auch etwas zurückgeben. Es ist zudem auch schön zu sehen, dass viele noch sehr neugierig auf Ausländer bzw. Menschen sind, die so ganz anders aussehen wie sie selber. Tja und am 8. April wurde ich wieder ein Jahr älter: 31. Schön wenn man von vielen auf Mitte 20 geschätzt wird. Vielen Dank Mama und Papa für die guten Gene!! 🙂 Am 9. und 10. April machte ich mit Eddie die Gegend auf einem Elektro-Roller unsicher. Eine einfache und vor allem umweltfreundliche Möglichkeit sich die Tempel anzuschauen. Die Mittagszeit, also die heiße Phase des Tages, habe ich meistens im Hotel am Pool verbracht, entspannt, Gedanken zu Papier gebracht oder gelesen. Am letzten Tag bin ich nochmal früh aufgestanden und habe mir den Sonnenaufgang von einem der Tempel angeschaut. Es ist schön zu sehen, wenn die Sonne höher und höher steigt und die verschiedenen Tempel anleuchtet und die Gegend in ein schönes Licht taucht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.