Thingyan – Neujahrsfest – Wasserfestival – Myanmar steht Kopf

Vom 12-16. April feiert Myanmar Thingyan, das Burmesische Neujahrsfest und Wasserfestival. In dieser Zeit herrscht in Myanmar der totale Ausnahmezustand - Myanmar steht Kopf, überall findet man fröhliche Menschen, tanzend, lachend, und nass. Am 11. April bin ich am Vormittag von Bagan nach Mandalay gereist. Von mehreren Einheimischen hies es das Manadalay und Yangon die besten Staedte seien, um das Wasserfestival zu erleben und zu feiern. Neben dem Wasserfestival wollte ich natuerlich auch noch etwas von Mandalay sehen, daher habe ich mit Eddie am 12. April, also dem Beginn, Fahrraeder ausgeliehen und mich auf den Weg zur U-Bein Bruecke, einer alten Bruecke ueber den See Taung Tha Man See aus Teakholz, gemacht. Meine Sachen, Kamera und Handy habe ich einem Dry-Bag verstaut, den ich bereits in Laos erstanden habe. Damals dachte ich, den kannst du sicherlich irgendeinmal noch gut gebrauchen. Und das war definitiv jetzt. 🙂 So ganz wusste ich nicht was auf mich zu kommen wuerde - ausser darauf gefasst zu sein nass zu werden. Aber wie das so ist im Leben, lässt mal alles einfach auf sich zukommen. 🙂 Natürlich dauerte es nicht lange um herauszufinden, wie der Hase läuft. Bereits nach wenigen Metern auf dem Fahrrad passierten wir eine der ersten Wasserstationen und haben den ersten Schwall Wasser von einem freudestrahlendem Kind überbekommen. In der ganzen Stadt verteilt sind Wasserstationen zu finden. Es handelt sich oftmals um kleine Buehnen, die mit einem Sonnenschutz überdacht sind. Viele sind mit Blumen geschmückt. Eine Musikanlage, aus der lautstark burmesische Musik oft Techno-Musik tönt, darf natürlich auch nicht fehlen. Auf den Buehnen stehen mehrere Leute und halten Wasserschlaeuche in den Haenden oder es sind große Wassertonnen dort zu finden, aus denen mit Schalen und kleinen Eimern Wasser abgeschoepft wird. Natürlich haben die Leute auf der Bühne auch keine trockenen Sachen mehr am Leib. Es gibt auch kleinere Wasserstationen vor einzelnen Häusern. Meistens stehen dort Wassertonnen oder -bottische aus denen die Kinder der Gegend/des Hauses mit kleinen Eimern oder Schalen Wasser abschöpfen und die Passanten nassspritzen. Oft sind die Kinder neben den Wasserschalen noch mit Wasserpistolen bewaffnet. Für Kinder und natürlich auch die Erwachsenen sind Passanten auf dem Fahrrad wie auch auf dem Motorrad gern gesehene Gäste. Egal ob alt oder jung, Einheimischer oder Ausländer - alle werden nass gemacht, ok nicht alle - Mönche sind von der erfrischenden Abkühlung ausgeschlossen, sicherlich zum Missmut der jungen Mönche. Und wenn ich nass sage, dann meine ich klatschnass, triefend nass. Teilweise wurden wir auch angehalten und der Reihe nach wurde uns ein Schwall Wasser übergekippt. Wenn man bei mehr als 40 °C Außentemperatur auf dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, dann tut eine Abkühlung schon ganz gut. So lässt es sich auch in der Sonne auf dem Fahrrad etwas aushalten. 🙂 Manche sind so pfiffig, hinterhältig oder wie man es nennen möchte und verwenden Eiswasser ... brrr das ist dann doch etwas kalt... 🙂 aber die Einheimischen freut es wenn sie einen damit eiskalt erwischen können. Nicht nur Motorräder und Fahrräder sind unterwegs, ganze Pickup-Trucks, beladen mit Familien, Jugendlichen, Freunden ... fahren durch die Stadt. Die Trucks haben natürlich auch eine großes Wasserfass - teilweise auch gekühlt mit einem der großen Eisblocks und liefern sich horrende Wasserschlachten mit den Wasserstationen oder auch mit anderen Pickup-Trucks oder Fahrzeugen. P1140883 Rund um das Palastgebäude in Mandalay (jede Seite ist des Geländes ist etwa 2 km lang). Sie zahlreiche große Bühnen aufgebaut. Auf den Bühnen stehen zahlreiche Burmesen, vorwiegend Frauen, bewaffnet mit Wasserschläuchen oder Schaumkanonen und spritzen die vorbeifahrenden Fahrzeuge und ihre Insassen oder die tanzenden Massen nass. Wirklich nichts bleibt trocken. Der Wasserdruck aus einigen Schläuchen ist auch beachtlich und man fühlt sich schon eher wie unter einem Wasserfall statt Nieselregen. 🙂 Mit der Zeit steht das Wasser knöchelhoch auf den Straßen oder höher, Kinder tollen im Wasser herum als wären sie in einem großen Schwimmbecken. Alkohol ist natürlich auch im Spiel. Verkauft wird der Alkohol offiziell natürlich in diesen Tagen nicht in der Nähe der großen Bühnen. Sicherlich haben sich viele vorher ausreichend mit Bier und Whisky eingedeckt, den sie in Wasserflaschen umgefüllt haben und sich hin und wieder einen Schluck genehmigen. Klar merkt man, dass einige - meistens Männer - nicht mehr beim ersten Glas sind - 🙂 Bis auf einen den ich recht regungslos am Boden hab liegen sehen - ging dann doch alles noch recht gesittet vor. Das coole war, oft waren Eddie und ich die einzigen Ausländer weit und breit und alle Einheimischen haben sich gefreut uns zu sehen bzw. dass wir Spaß haben und das Festival mit ihnen feiern. Und Ausländer werden natürlich besonders gerne nass gemacht oder mit in die tanzende Menge gezogen. Es war toll ein Land so ausgiebig feiern zu sehen und so viele lächelnde Gesichter zu sehen, insbesondere schelmische Gesichter wenn sie jemanden von hinten mit Eiswasser nass gemacht haben und die Person absolut nicht damit gerechnet hat . Und das war nur erste Tag. Mir wurde gesagt, die nächsten Tage sollen noch verrückter werden. Am 13. April ging es abends mit dem Nachtzug nach Yangon. Die Züge haben keine Klimaanlage und sind uralt - da werden die Fenster offen zu lassen um zumindest den Fahrtwind abzubekommen. ... und ab und an findet auch ein Schwall Wasser seinen Weg ins offene Fenster. Wirklich nichts ist an diesen Tagen sicher vor dem Wasser. 🙂 Yangon war genauso verrückt wie Mandalay. Trucks beladen mit feierwütigen Burmesen fahren auch hier durch die Gegend, oft zum Beat burmesischen Technos und liefern sich Wasserschlachten mit vorbeifahrenden Fahrzeugen oder den Wasserstationen. Rund um die Sule-Pagoda sind Bühnen mit Wasserwerfern aufgebaut. Die Kids planschen im Brunnen. Die Einheimischen entspannen im Park, haben Familienpicknicks. Der größte Teil ist Nähe der Universität am Inya See zu finden. Dort findet man Bühne neben Bühne - teilweise wie auch in Mandalay mit Live-Acts. Ein Wahnsinnsspektakel. 🙂 Ach ja und wenn man dann etwas angetrocknet ist und auf dem Rückweg zum Hostel ist und sich auf ein paar trockene Sachen freut, wird man gegenüber vom Hostel nochmal mit einem Eimer Wasser übergossen. 🙂 Ich kann es jedem nur nässtens empfehlen. Tolle Menschen, Einzigartige Stimmung... Hier ein paar Eindrücke in Bild- und Videoform:

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